Würdigung |
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Stefan Haenni geht es in seiner Malerei nicht um Klischees. Als wacher Reisender nimmt er in den arabischen Ländern Eindrücke auf, verarbeitet sie in verschiedenen Medien und setzt sie zu eigenen neuen Werken zusammen. Es ist eine intensive Beschäftigung mit Motiven, Farben, Menschen, Situationen und Stimmungen aus mehreren orientalischen Ländern, die er registriert und in seine eigenen typischen Bilder umsetzt. Mit ihnen macht er uns hellhörig für die reiche Bilderwelt und Kultur des Ostens, die teilweise – auch das gelingt ihm zu zeigen – ebenfalls durch westliche Globalisierungstendenzen am Verschwinden sind. Haennis Bilder leben von der Zuneigung zur Welt des Orients, ohne dass sie ihre Verankerung in der westlichen Kunst verleugnen und sind so wichtige Boten der Völkerverständigung, wie sei kein anderer Schweizer Künstler in dieser Beharrlichkeit und gleichzeitigen Unbeschwertheit vorzuweisen hat. Haenni geht bewusst auf das Abenteuer, auf das Fremde ein und erntet das Resultat dieser Begegnung in seiner wirkungs- und schwungvollen Malerei, die verschiedenste Motive in immer neuen Variationen und Techniken stilsicher und phantasievoll umsetzt. In mehreren Schichten bemalte Leinwände mit Collagen und Siebdruckelementen sowie raffiniert gesetzte Überblendungen und immer wieder zitierte Bildfragmente kreieren sowohl einen einheitlichen künstlerischen Stil als auch einen anregend weiten Spielraum für Faszination und Interpretation. Steffan Biffiger, in: Stefan Haenni – Orient und Okzident, «Das Wort Divan bedeutet in seinem ursprünglichen Sinn ‹eine Sammlung beschriebener Blätter›, ‹eine Liedersammlung›, aber auch jene ‹Polsterbänke›, auf denen man sich, sei’s zum Disputieren oder zum träumerischen Dösen, bequem hinlagern kann. Haennis Bilder laden uns auf ihre ganz spezielle Art und Weise zu beidem ein.» Andreas Langenbacher, in: Stefan Haenni, Katalog 1992, Kunstmuseum Thun «Stefan Haenni sucht nicht die Dialektik zwischen den Formen und Inhalten, sondern den Ausdruck für die Gleichzeitigkeit gegensätzlicher Welten in unserem Lebensbewusstsein. Das für dieses Bildergemisch bezeichnende flüchtige Auftauchen von Motiven inspiriert den Künstler zu einer Bildpoesie, die einen vielsagenden Ausdruck findet.» Arnalda Paggi, in: Die Barock-Rosen des Stefan Haenni, Viszerale Medizin, 2/07 «Es geht Ihnen nicht um irgendeine historische oder programmatische Auseinandersetzung mit dem Zeitalter des Barocks. Sie haben sich verliebt in die Sinnlichkeit und die Freiheit im Umgang mit den Dingen und Formen im Barock, die nun gleichsam in Ihnen selbst zu einer Schicht werden und zum Ausdruck drängen. Die von Ihnen virtuos gehandhabte Technik der Serigraphie auf Leinwand kommt diesem Weltbild von Schichtungen und Überlagerungen in idealer Weise entgegen. Im öffentlichen Raum erleben wir Ähnliches, wenn auf den Werbeflächen durch das Abreissen oder Übereinanderkleben von Plakaten die verschiedensten Bilder und Inhalte zu rätselhaften und inspirierenden Verflechtungen führen. Auch Sie suchen, glaube ich, nicht die Dialektik zwischen den Formen und Inhalten, sondern den Ausdruck für die Gleichzeitigkeit gegensätzlicher Welten in unserem Lebensbewusstsein. Auch äusserlich leben wir in einem immer dichteren Bildergemisch, mit dem uns die Werbung, die Medien und namentlich das Fernsehen umspülen. Das für dieses Bildergemisch bezeichnende flüchtige Auftauchen von Motiven inspiriert Sie zu einer Bildpoesie, dir für die letzten Jahr des ausgehenden Jahrtausends einen vielsagenden Ausdruck findet. Wie es wohl Ihrem Wesen entspricht, lieber Stefan Haenni, erfüllen Sie diese Poesie nicht mit Bitterkeit oder Hass, sondern mit Wohlklang.» Hans Christoph von Tavel, in: Stefan Haenni, Barocklahoma,
«Haenni setzt die formalen Möglichkeiten (...) geschickt ein, beschneidet oder wiederholt Motive, übermalt, kombiniert in wechselnder Bildfolge und setzt Farbe als Stimmungsträger ein: das Braun der Wüste und des Sandes, das Türkisblau der Stoffe und der maurischen Keramik, das Weiss des in der Sonne gleissenden Marmors und das dunkle Rot arabischen Hennas.» Anne Rüegsegger, in: Artis, November 1992 |
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